Beitrag Mitteldeutscher Rundfunk vom 08.06.2009
In Deutschland gehen jedes Jahr etwa 50.000 Schwangerschaften zu früh zu Ende. Die Kinder kommen zu einer Zeit auf die Welt, in der sie noch im schützenden Bauch der Mutter sein sollten. Die Eltern und vor allem die Mütter leben in ständiger Angst um ihr Neugeborenes. Der Förderverin für Frühgeborene Magdeburg e.V. hilft Betroffenen - wie den Eltern von Noah.

Er war so klein - gerade mal 415 Gramm wog Noah, als er im sechsten Schwangerschaftsmonat geboren wurde. Ein Frühchen, das vor ein paar Jahren keine Chance gehabt hätte. Moderne Neonatal-Stationen machen heute ein Überleben möglich. Für die Eltern eine Zeit im Ausnahmezustand. Neben der medizinischen Betreuung brauchen auch sie viel Unterstützung und Zuspruch.
Der Förderverein hilft auch nach der Entlassung aus der Klinik
Sechs Monate kämpfte Noah auf der Frühchenstation der Uniklinik Magdeburg um sein Leben. Inzwischen ist Noah endlich zu Hause. Ein Förderverein für Frühgeborene kümmerte sich auch nach der Entlassung aus der Klinik um die Familie. Heute ist die Familie zum ersten Mal wieder in der Klinik - zur Nachsorgeuntersuchung.
In der Zwischenzeit hätten die Eltern des Frühchens allein mit dem Baby klar kommen, hätte sie nicht Claudia Strauch, Kinderkrankenschwester und Elternberaterin an der Uniklinik, mit wichtigen Tipps unterstützt. Zusammen mit Ärzten und betroffenen Eltern gründete sie den Förderverein für Frühgeborene Magdeburg e.V.
Der Verein hilft individuell
Claudia Strauch erklärt die Verfahrensweise des Vereins: "Die Eltern rufen an und wir schauen, ob es ein medizinisches Problem ist, das vielleicht ein Arzt an Ort und Stelle klären kann oder ob wir die Eltern weiter vermitteln - an andere Frühchen-Eltern oder an weitere Experten und Spezialisten!"
Die Mutter von Noah zum Beispiel war unsicher, ab wann sie dem Frühchen ein Zäpfchen geben sollte, wenn es fieberte. Die Experten halfen ihr rund um die Uhr. Damit sparte sie sich den Anruf beim Hausarzt. Auch dank dieser ganz persönlichen Betreuung hat sich Noah in den vergangenen Wochen gut weiter entwickelt. Claudia Strauch ist mit den Fortschritten zufrieden.
Die Vernetzung der Frühcheneltern ist wichtig
Kinderarzt und Mitbegründer des Vereins, Dr. Thomas Brune, liegt besonders die Vernetzung der Frühcheneltern am Herzen, die der Verein fördert. Denn die Familien kommen aus dem gesamten nördlichen Teil Sachsen-Anhalts. Der Mediziner ist der Meinung, dass, wenn die Eltern in sich ein Netzwerk bilden, Erfahrungen innerhalb der Eltern weiter getragen werden. Diese individuellen Erfahrungen kann dann der Verein für sich nutzen und seinerseits an Betroffene weitergeben.
|