Home Bundesvesverband Ausstellungseröffnung ÜberLeben am 17.11. in Hannover

Ausstellungseröffnung ÜberLeben am 17.11. in Hannover Drucken E-Mail

Anlässlich des ersten Internationalen Tages des Frühgeborenen wurde am 17.11.2009 die Fotodokumentation „ÜberLeben von zu früh geborenen Kindern“ im Beisein des Künstlers Walter Schels in der Marktkirche in Hannover eröffnet. Bei der Fotodokumentation, die bis zum 23. November in der Marktkirche zu sehen sein wird, handelt es sich um ein Projekt des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ e.V. in Kooperation mit der„Qualitätsinitiative - Niedersächsischer Verein zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen e.V. (QI)“ und dem „Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ)“, Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen.

SchelsHeike_gro

Der Hamburger Fotograf Walter Schels hat sich behutsam mit dieser sensiblen und problematischen Lebensphase extrem unreifer Frühgeborener auf einer Hamburger Intensivstation auseinandergesetzt. Einfühlsam hat er bereits vor Jahren todkranke Menschen in deren letzten Wochen, Tagen und Stunden mit der Kamera begleitet. Insofern sind ihm Grenzbereiche zwischen Leben und Tod nicht fremd. Entstanden sind ausdrucksstarke Portraits von kleinen Kämpfern, die wohl keinen Betrachter unberührt lassen.

Marktkirche_Voigt

Die Ausstellung wird mit ihren kleinen Protagonisten wachsen. Herr Dr. med. Gisbert Voigt, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und niedergelassener Kinderarzt in Melle, unterstrich „Das Fotoprojekt veranschaulicht beeindruckend, dass das Thema Frühgeburt gerade bei sehr kleinen Frühgeborenen für die betroffenen Familien nicht mit der Entlassung aus der Akutphase auf einer neonatologischen Intensivstation endet und aufgrund dessen auch nicht aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden sollte.“

Marktkirche_Pommer

In einem weiteren Projektabschnitt der Fotodokumentation sind zu einem späteren Zeitpunkt weitere Aufnahmen dieser Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren geplant, in Anlehnung an die Untersuchungszeitpunkte des niedersächsischen Nachuntersuchungsprojekts, das 2004 von der Qualitätsinitiative initiiert wurde. „Die QI, die viele niedersächsische Projekte fördert, hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer prospektiven Langzeitstudie, an der alle Kinderkliniken und Sozialpädiatrischen Zentren Niedersachsens beteiligt sind, Aussagen über die Entwicklung der kleinsten Frühgeborenen zu treffen und die Grundlagen für mehr Versorgungsqualität und die Verbesserung ihrer Lebenschancen zu schaffen“, sagte Dr. med. Gerd Pommer, Vorsitzender der Qualitätsinitiative.

„Die Langzeitstudie, die in Deutschland ein in dieser Form bislang einmaliges Projekt darstellt, bietet die große Chance, bei allen in Niedersachsen versorgten kleinsten Frühgeborenen mögliche Entwicklungsverzögerungen rechtzeitig zu erkennen und so die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt einzuleiten.", betonte Dr. phil. Brigitte Sens, Moderatorin der Veranstaltung und Leitung des ZQ, einer Einrichtung der ÄKN, die mit der Projektdurchführung des Nachuntersuchungsprojekts beauftragt ist.
Im Herbst 2009 starteten im Rahmen dieses Projekts die ersten flächendeckenden Fünfjahres-Nachuntersuchungen. „Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, da zu diesem Zeitpunkt noch Teilleistungsstörungen erkannt und therapeutische Maßnahmen für entwicklungsverzögerte Kinder noch vor der Einschulung auf den Weg gebracht werden können. Dies ist besonders für die Eltern der Frühstgeborenen von großer Bedeutung“, erläuterte Professor Dr. med. Karsten Harms, Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum Hildesheim.

Hauptförderer der Langzeitstudie und der Fotoausstellung ist die KKH-Allianz. „Das Thema Frühgeburten hat bei der KKH-Allianz einen besonders hohen Stellenwert“, erklärte Dr. Elisabeth Siegmund-Schultze, Gynäkologin und Abteilungsleiterin bei der KKH-Allianz. „Nur wenn wir wissen, wo Therapie und Unterstützung ansetzen müssen, können wir den kleinen Patienten nach ihrem schweren Start ins Leben helfen“. Zusätzlich werden sowohl die Studie als auch das Fotoprojekt von der Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt. „Wir sind heute, dank moderner Technologie und wissenschaftlichem Fortschritt, in der Lage, nicht nur das Überleben zu ermöglichen, sondern durch frühzeitige und gezielte Förderung den "frühen Frühchen" den Weg in ein normales oder besser weitestgehend normales Leben zu ebnen." betonte Ernst Thiel, Leiter der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Das Fotoprojekt konnte zudem realisiert werden durch die freundliche Unterstützung der Firma Abbott, die schon viele Veranstaltungen des Bundesverbandes fördernd begleitet hat.

Als Dachverband der Elterninitiativen und Fördervereine für früh und krank geborene Kinder in Deutschland war es dem Bundesverband ein großes Anliegen zu verdeutlichen, dass sich der Begriff „Frühchen“ zwar niedlich und harmlos anhören mag, dass die möglicherweise mit einer zu frühen Geburt einhergehenden Probleme und Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien aber alles andere als harmlos sind. Deshalb gebe es auch noch viel zu tun. „In der Akutmedizin brauchen wir Zentren mit dem entsprechenden Know-how für die Kleinsten der Kleinen. Wir brauchen Netzwerke zwischen Zentren und kleineren Krankenhäusern, wo Ärzte nur das machen, was sie besonders gut können“, erklärte Hans-Jürgen-Wirthl, Vorsitzender des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“. Frühchen benötigten insbesondere für die Gehirnentwicklung eine besondere Art der Betreuung und Pflege. Eltern benötigten professionelle psychosoziale Unterstützung. Und obwohl inzwischen endlich gesetzlich geregelt, werde Nachsorge noch viel zu wenig angeboten oder bewilligt. Außerdem seien standardisierte Nachuntersuchungen bis zum Schulalter erforderlich, um Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig erkennen und ggf. gegensteuern zu können. Die nun vorgelegten Zwischenergebnisse des Nachuntersuchungsprojekts bekräftigten die Forderung des Bundesverbandes nach koordinierter Betreuung von Frühgeborenen mit weniger als 1500 Gramm Geburtsgewicht im Anschluss an die Entlassung aus der stationären Behandlung.
Marktkirche

Nähere Informationen zum Bundesverband: www.fruehgeborene.de, zur Qualitätsinitiative: www.qualitaetsinitiative.de sowie zum Künstler: www.walterschels.com

 

 

 

Aktuelles

Bundesverband

Mindestmengenregelung gilt ab 1.1.2011
...mehr
Frankfurter Ironman 2010: Frühchen-Team
startet wieder für die Allerkleinsten
...mehr

Mitgliedsgruppen

25.5. Ausstellungseröffnung in Darmstad...
...mehr

Kinderkliniken

15.7. Muttermilchspende für Frühgebore...
...mehr