Home Kinderkliniken 15.7. Muttermilchspende für Frühgeborene

15.7. Muttermilchspende für Frühgeborene Drucken E-Mail

Das Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ ruft zu Muttermilchspenden auf. Diese wird derzeit knapp am Klinikum; die Vorräte reichen noch zwei, drei Wochen, was dem Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Bergmann-Klinikum aber nicht ausreicht. Er hätte seine Vorräte gern aufgestockt. Eingefroren ist die Muttermilch über ein Jahr haltbar. Darum ruft er alle Mütter, die mehr Milch haben, als ihre Sprösslinge verbrauchen, dazu auf, die überschüssige Milch der Muttermilchsammelstelle des Klinikums zur Verfügung zu stellen – für eine Anerkennung von 30 Euro pro Liter. Gebraucht wird die Muttermilch für die Frühchenstation.

Da Bund und Land das Thema Muttermilchsammelstellen gesetzlich nicht regelten, dient das „Reichsfrauenmilchsammelstellengesetz“ von 1943 als formal-juristische Grundlage. Die erste Frauenmilchsammelstelle war 1919 in Magdeburg durch die Kinderärztin Marie Elise Kayser (1885-1950) eingerichtet worden. Die DDR institutionalisierte das System und richtete per Gesetz in jeder Stadt über 50 000 Einwohner eine Muttermilchsammelstelle ein. 1989 wurden nach offiziellen Angaben in der DDR über 200 000 Liter Muttermilch gespendet.
Problem bei der Milch anderer Mütter ist das theoretische Infektionsrisiko. Im Zeitalter von Virus-Erkrankungen wie HIV, Hepatitis C oder Zytomegalie wird das Blut der Frauen, die spenden, zweimal auf Erreger getestet: Am Anfang der Milchgabe und am Schluss. Zudem wird die gespendete Muttermilch pasteurisiert und erneut bakteriologisch untersucht, bevor eine Freigabe erfolgt.

Quelle:http://www.pnn.de/potsdam/310535/

 

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