Dachverband für Selbsthilfeinitiativen und Fördervereine

25 Jahre im Einsatz für die Allerkleinsten

Hotline

Hotline: 0800 - 875 877 0 MO, DI, DO und FR von 9 bis 12 Uhr, MI 16 bis 19 Uhr

 

Nachuntersuchung extrem frühgeborener Kinder

Nachuntersuchung extrem frühgeborener Kinder

Niedersächsisches Frühgeborenen-Nachuntersuchungsprojekt

Glücklicherweise überstehen die meisten Kinder eine zu frühe Geburt ohne weitere schwerwiegende und langfristige Beeinträchtigungen. Allerdings steigt das Risiko für eine spätere Behinderung zu früh geborener Kinder mit zunehmender Unreife der Kinder bei Geburt.

Ein besonders hohes Risiko für später Entwicklungsauffälligkeiten und -störungen zeigt sich bei Frühchen, die nach weniger als 28 SSW zur Welt kamen. Dies belegt eine Studie aus Niedersachsen, die auf 10 Jahre angelegt ist und diese Kinder in regelmäßigen Abständen nachuntersucht.

Ob ein extrem zu früh geborenes Kind seine zu frühe Geburt ohne eine bleibende Behinderung übersteht oder nicht, ist eine Frage, die sich insbesondere während der Akutphase in einer Neointensivstation nur schwer beantworten lässt. Zu unvorhersehbar ist das individuelle Potential des einzelnen Frühchens, zu wenig erforscht sind die Regenerationsmöglichkeiten eines durch die Frühgeburtlichkeit und ihre Folgen (Hirnblutung, Sauerstoffmangel) beeinträchtigten unreifen Gehirns. Auch lässt sich später oftmals nur schwer rekonstruieren, ob ein Kind möglicherweise schon vor seiner zu frühen Geburt negativen Einflüssen ausgesetzt war (Unterversorgung, Infektionen nach Blasensprung o.ä.).

Aufgrund dessen sind auch Mediziner heute deutlich zurückhaltender mit einer Prognose, die weitere Entwicklung von extrem zu früh geborenen Kindern betreffend. Zu oft haben sich Kinder ohne größere frühchenspezifische Probleme schlechter entwickelt als erwartet aber auch Kinder mit vielen Komplikationen deutlich besser als zunächst prognostiziert. Insofern sind die nachfolgenden Ausführungen zu möglichen Risiken für eine negativ beeinträchtigte Entwicklung auch lediglich eine statistische Erkenntnis, die keine zwangsläufigen Rückschlüsse auf die Entwicklung des individuellen Kindes zulässt. Allerdings sollten die folgenden Zahlen insbesondere Eltern von extrem zu früh geborenen Kindern dazu motivieren ein aufmerksames Auge auf die weitere Entwicklung ihrer Kinder zu haben, denn oftmals werden Familien mit förderbedürftigen Kindern zu spät bei einer Frühfördereinrichtung vorstellig.

Der erste Nachuntersuchungstermin der Niedersächsischen Studie im Lebensaltern von 6 Monaten der Kinder belegt, dass lediglich 42 Prozent als unauffällig eingestuft wurden. Bei einem zweiten Nachuntersuchungstermin im Alter von zwei Jahren waren es noch 36 Prozent der Kinder, die als unauffällig eingestuft wurden. Besonders hoch war das Risiko für eine ungünstige Entwicklung bei Kindern, die zwischen 23-25 SSW geboren wurden. Auch höhergradige erlittene Hirnblutungen (Grad III-VI) und Beatmungszeiten von mehr als zwei Wochen wirkten sich prognostisch ungünstig aus. Die Beeinträchtigungen der nachuntersuchten Kinder sind vielfältig. Ca. die Hälfte der Kinder zeigte Sprachauffälligkeiten. Bei 13 Prozent der Kinder wurde eine Cerebralparese diagnostiziert. Ca. 20 % der Kinder waren im Alter von zwei Jahren noch untergewichtig und zu klein. Nachuntersuchungsergebnisse im Alter von 5 und von 10 Jahren der ehemaligen Extremfrühchen stehen noch aus. Ausführliche Informationen zu diesem Nachuntersuchungsprojekt sind unter folgendem Link zu finden: