Insbesondere im Hochsommer können bereits wenige Minuten im heißen Auto schnell zu lebensbedrohlichen Situationen für hilflose Kinder werden. In den USA, in Brasilien und auch in Italien ist dieses Phänomen bereits umfangreich erforscht worden. Dabei geht es um die Frage, wie es passieren kann, dass Eltern ein Baby im eigenen Auto vergessen, nachdem sie es dort erst selbst hingesetzt hatten. Parallel dazu wird an Sicherheitssystemen gearbeitet, die Eltern und Menschen auf der Straße alarmieren sollen, wenn ein Baby alleine in einem Auto zurückbleibt.
US-Psychologieprofessor David M. Diamond forscht seit rund 20 Jahren zum Vergessenes-Baby-Syndrom und gilt als Begründer des Begriffs. Laut seinen Studien können Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen Auslöser für das Vergessen des Kindes sein. Im Gehirn entstehe etwa eine falsche Erinnerung daran, das Kind wie üblich im Kindergarten abgegeben zu haben, weil Routinehandlungen wie die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.