Erziehung besteht aus zwei Dingen: Beispiel und Liebe. (Friedrich Fröbel)

Kindergarten

Der Beginn der Kindergartenzeit stellt Eltern und Kinder vor neue Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Neue Bezugspersonen treten in das Leben der Familien und ein neues soziales Umfeld will erkundet und erobert werden. Das Kind muss sich mit Gleichaltrigen auseinandersetzen und seinen Platz in der Gruppe finden.

 

Bereit für die KITA?

Doch wann ist ein Kind diesen Herausforderungen gewachsen? Mit diesen und ähnlichen Fragen setzten sich wohl fast alle Eltern auseinander. Gerade im Hinblick auf die besondere Vorgeschichte ihrer Kinder tun sich Frühchen-Eltern mitunter dennoch schwerer mit dem Loslassen. Die Betreuung vertrauensvoll in fremde Hände zu legen, setzt aber das Loslassen müssen ein Stück weit voraus.

Eltern-Erfahrungsberichte und hilfreiche Informationen zum Thema "Frühgeborene in Fremdbetreuung" sind in unserem Verbandsmagazin, Ausgabe 4-2018, zu finden.

Wie wird unser Kind auf andere Kinder reagieren?

Das lässt sich oftmals schon im Vorfeld auf dem Spielplatz und in Kleinkindgruppen austesten. Spieletreffs eröffnen einen ganz ungezwungenen Rahmen für erste Begegnungen mit Gleichaltrigen. Wenn Kinder überfordert auf die Konfrontation mit zunächst fremden Kindern in unbekannten Räumlichkeiten reagieren, dann kann es für den Einstieg hilfreich sein, derartige Begegnungen anfangs auch im häuslichen Umfeld stattfinden zu lassen.

Welche Gruppengröße ist vorteilhaft?

Manche Kinder reagieren bereits in den ersten Lebensjahren schnell überfordert auf Umwelteinflüsse. Dann kann es hilfreich sein, für die Kindergartenzeit nach einem Platz in einer integrativen Gruppe zu schauen. Diese bestehen in der Regel aus maximal fünfzehn Plätze. Sie setzen sich meist aus zehn sogenannten Regelplätzen und fünf Plätzen für Kindern mit besonderem Förderbedarf zusammen. Auch der Betreuungsschlüssel in der Gruppe ist entsprechend höher. In regulären Gruppen können hingegegen durchaus 25 Plätze vorhanden sein. Von der kleineren Gruppengröße können auch Kinder profitieren, die selbst keinen der Integrativplätze brauchen. Ob das Kind einen integrativen Platz braucht, lässt sich am besten mit dem behandelnden Kinderarzt besprechen.

Wie wird unser Kind gesundheitlich reagieren?

Diese Frage stellen sich vor allem Eltern von anfangs sehr unreifen Kindern, die auch später oftmals entsprechend anfällig auf Infekte reagieren. War das Kind bereits vor der Kindergartenzeit im regelmäßigen engen Kontakt mit Gleichaltrigen, ohne dauerkrank zu werden, dann spricht nichts dafür, dass das im Kindergarten zwangsläufig vorprogrammiert sein wird. Insofern empfiehlt es sich durchaus auch unter diesem Aspekt schon frühzeitig in Interaktion mit Kindern in Krabbelgruppen und Spieletreffs zu kommen. Auch ein umfassender Impfschutz kann maßgeblich zur stabilen gesundheitlichen Situation des Kindes beitragen. Dazu beraten sich Eltern am besten ebenfalls mit dem behandelnden Kinderarzt.

Wie wird es die Trennung von uns Eltern verkraften?

Die Trennung von den Eltern ist ein großes Thema für alle Kleinkinder. Die Einrichtungen arbeiten mit bewährten Konzepten, um den Kindern das Eingewöhnen zu erleichtern. Diese werden individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes angepasst. Manche Kinder kommen schneller an als andere. Wenn die Trennung von einem Elternteil über mehrere Wochen problematisch ist, dann lohnt sich das Austesten, wie das Kind reagiert, wenn der andere Elternteil das Kind in den Kindergarten bringt. Das kann, Erfahrungsberichten zu folge, dazu führen, dass die Situation am Morgen für alle Beteiligten entspannter verläuft.

Müssen wir uns ein schlechtes Gewissen machen?

Ein schlechtes Gewissen machen sich viele Eltern, vor allem wenn der Abschied vom Kind in der Einrichtung über Wochen oder gar Monate problematisch verläuft. Dennoch ist die Interaktion mit Gleichaltrigen für die Entwicklung von Kindern ein ganz wichtiger Baustein. Vor allem Konzepte, in denen unterschiedliche Altersgruppen vereint sind, ermöglichen den Neueinsteigern eine Orientierung an vorhandenen Fertigkeiten der älteren Kinder. Lernen passiert in diesem Alter noch vorrangig durch Nachahmen und das braucht Vorbilder. Auch das häufig bei Frühgeborenen problematische Thema Essen kann sich in der KITA deutlich unproblematischer gestalten als im häuslichen Umfeld. Das Zurechtfinden in der Gruppe, Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der anderen, Streit und Versöhnung, das Knüpfen von Freundschaften sind wichtige Kompetenzen, die sich in diesem Rahmen ganz automatisch erlernen lassen. 

Wird man den Bedürfnissen unseres Kind gerecht werden können?

Wenn das ehemals zu früh geborene Kind gesundheitliche Einschränkungen und besondere Bedürfnisse hat, dann machen sich viele Eltern Gedanken darüber, ob die Einrichtung in der Lage sein wird, diesen gerecht zu werden. Vor allem Einrichtungen, die integrativ ausgerichtet sind, haben viel Erfahrungen im Umgang mit diesen besonderen Anforderungen. Eltern berichten immer wieder, dass ihre Kinder von der Gruppe profitieren und auch Entwicklungsfortschritte machen.