RSV – ein wenig bekannter Krankmacher!

Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV)

Das RS-Virus ist ein weltweit verbreiteter Erreger. Es verursacht akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter und ist einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern. Dennoch kennen viele Eltern den Erreger im Gegensatz zu anderen Viruserkrankungen oftmals nicht, bis ihre Babys schwer daran erkranken. In leichten Fällen lässt sich das Virus nicht von anderen Erregern unterscheiden, die typischerweise Erkältungssymptome wie laufende Nase und verschleimte Atemwege verursachen.

Bei älteren Säuglingen und Kleinkindern ist eine RSV-Infektion die häufigste Ursache von Erkrankungen der unteren Atemwege verbunden mit einer Krankenhauseinweisung. Innerhalb des 1. Lebensjahres haben 50–70% und bis zum Ende des 2. Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht. Eine langfristige Immunität besteht nicht. Schwere, mit Krankenhausaufenthalt verbundene RSV-bedingte Erkrankungen bei Kindern betreffen etwa doppelt so oft Jungen wie Mädchen.

Junge Risikopatienten für einen schweren Verlauf sind u.a.:

  • Frühgeborene
  • Kinder mit pulmonalen Vorerkrankungen (z.B. bronchopulmonale Dysplasie (BPD)),
  • Kinder mit Herzfehlern mit vermehrter Lungendurchblutung

RSV ist einer der wichtigsten Erreger einer nosokomialen Infektion* und Pneumonie bei Säuglingen und jungen Kleinkindern.

*nosokomiale infektion: Übertragung des Virus erfolgt in Krankenhäusern oder ambulanten Praxen.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_RSV.html

 

ResQ Family – Elternumfrage zu RSV

Für eine aktuelle Studie zum Thema RSV werden noch betroffene Familien gesucht. Ihr musstet bereits Erfahrungen mit dem Virus machen und seid aufgrund dessen gerade oder erst kürzlich mit Euren Kids im Krankenhaus gewesen? Dann beteiligt Euch an der folgenden Studie.

Orientierungshilfe & Handlungsempfehlung

Orientierungshilfe und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit RSV bei Säuglingen und Kleinkindern für den D-A-CH Raum

Entwickelt von der European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) in Kooperation mit renommierten Expertinnen und Experten zur Vorbereitung auf die anstehende RSV-Saison.

Aktuelle AWMF RSV-Leitlinie (Stand Sept. 2023)

Die überarbeitete Leitlinie ist seit dem 26.9. 2023 online und kann hier abgerufen werden.

Verbreitung

In Deutschland war das Virus typischerweise in den kälteren Herbst- und Wintermonaten verstärkt aktiv und ähnelte damit im Verlauf der Grippesaison. Derzeit verzeichnen Mediziner allerdings einen frühzeitigeren Anstieg der Fallzahlen. Das wird mit der Verbreitung des Corona-Virus in Verbindung gebracht. Ausführliche Infos über das aktuelle Infektionsgeschehen sind auf der Seite des Robert-Koch-Instituts zu finden.  

Anzeichen für eine RSV-Infektion

Die Erkrankung kann auf die oberen Atemwege beschränkt sein. Insbesondere bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten kann sich eine Bronchiolitis (Entzündung der Schleimhäute in den kleinsten luftführenden Verästelungen in der Lunge), Pneumonie (Lungenentzündung) oder Tracheobronchitis (gleichzeitige Entzündung der Schleimhäute in Luftröhre und Bronchien) äußern.

Ein keuchhustenähnliches Krankheitsbild kommt bei etwa 5% der Fälle mit Beteiligung der unteren Atemwege vor. Fieber ist häufig, wobei von seiner Höhe und Dauer nicht die Krankheitsschwere ableitbar ist. Im Krankheitsverlauf werden in der Regel zuerst Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege (Schnupfen, nichtproduktiver Husten, eventuell Rachenentzündung) beobachtet, die innerhalb von 1–3 Tagen zu Symptomen unterer Atemwegserkrankungen fortschreiten können.

Meist wird der Husten hierbei deutlicher und produktiver, die Atemfrequenz steigt, und es kann zu Atemnot kommen. Anzeichen für verengte Atemwege sind typisch. Die RSV-Bronchiolitis ist gekennzeichnet durch einen reduzierten Allgemeinzustand, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (Trinkverweigerung, Reflux, Erbrechen, Dehydratation), beschleunigte Atmung, Husten und Atemnot unter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (juguläre oder interkostale Einziehungen). 

In schweren Fällen kann eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff notwendig werden. Bei Frühgeborenen sind  wiederkehrende Atemaussetzer (Apnoen) charakteristisch.

Schutzmaßnahmen

Das können Eltern tun, um eine Infektion präventiv zu vermeiden:

  • Häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife (mind. 20 Sekunden) vor jeder Interaktion mit dem Kind
  • Alternativ kommt der Einsatz von Handdesinfektionsmittel in Betracht
  • Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen meiden (bspw. Einkaufscenter, Supermarkt)
  • Tragen eines Mundschutzes bei eigenen Erkältungssymptomen
  • Verzicht auf Besuch von Babyturnen, Krabbelgruppe, Spieletreffs in den Wintermonaten
  • Besucher für die Gefahren einer Infektion sensibilisieren
  • Abstand zu erkälteten Personen halten
  • Spielsachen, Trinkflaschen, Besteck nicht gemeinsam benutzen 
  • Spielsachen und Oberflächen regelmäßig reinigen
  • Auf rauchfreie Umgebung in Gegenwart des Kindes achten

 

Infomaterial

Noch immer ist das Wissen um den Erreger und seine mitunter schweren gesundheitlichen Auswirkungen auf Säuglinge im ersten Lebensjahr nur unzureichend verbreitet. Folgende Info-Materialien können dazu beitragen, diese Informationslücke frühzeitig zu  schließen.