Dachverband für Selbsthilfeinitiativen und Fördervereine

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Frühgeborene in Fremdbetreuung

Frühgeborene in Fremdbetreuung

Die Entscheidung, ein Kind in die Obhut von Tagesmutter, Krippe oder Kindergarten zu geben, stellt sowohl seine Eltern als auch das Kind vor einige zu bewältigende Herausforderungen. Neue Bezugspersonen treten in das Leben der Familien und ein neues soziales Umfeld will erkundet und erobert werden. Das Kind muss sich mit Gleichaltrigen auseinandersetzen und seinen Platz in der Gruppe finden. Doch wann ist ein Kind soweit, diesen Herausforderungen gewachsen zu sein? Das bereitet nicht nur Frühchen-Eltern Kopfzerbrechen. Gerade im Hinblick auf die besondere Vorgeschichte der Kinder tun sich Frühchen-Eltern mitunter schwerer mit dem Loslassen, denn die Betreuung vertrauensvoll in fremde Hände zu legen, setzt eben das Loslassen müssen ein Stück weit voraus.

Wie wird unser Kind auf die Konfrontation mit anderen Kindern reagieren? Welche Gruppengröße ist vorteilhaft? Wie wird unser Kind gesundheitlich reagieren? Ist sein Immunsystem schon fit genug, um standzuhalten, oder wird es anfangs "dauerkrank" sein? Wie wird es die Trennung von uns Eltern verkraften? Müssen wir uns ein schlechtes Gewissen machen? Lieber Tagesmutter oder doch besser Krabbelgruppe? Wird man unserem Kind und seinen Bedürfnissen in der Betreuung gerecht werden können? Mit diesen und ähnlichen Fragen setzten sich wohl fast alle Betroffenen auseinander.

Nicht immer haben Eltern die Wahl, ob sie ihr Kind bis zum Eintritt ins Kindergartenalter zu Hause betreuen wollen. Die finanzielle Situation vieler Familien erfordert ein zweites Einkommen, so dass eine frühe Betreuung vor dem dritten Lebensjahr in Anspruch genommen werden muss. 

Dass der Start in diesen neuen Lebensabschnitt nicht unbedingt problematisch verlaufen muss, sondern sogar noch förderliche Effekte haben kann, macht der Bericht von Frühchen-Mama Viola deutlich:

"Unsere Tochter kam im April 2017 in SSW 29+3 zur Welt. Im Juni 2017 wurde Sie entlassen. Zum Glück hat sie keine Probleme mit den Lungen und auch keine andere gesundheitliche Einschränkungen.

Seit September 2019 geht sie dreimal pro Woche vormittags in eine Kleinkindgruppe mit max.10 Kindern.

Sie wurde sofort integriert und fühlt sich dort total wohl. Die Eingewöhnung mit der Mama war somit nach nur wenigen Tagen abgeschlossen. Beim gemeinsamen Frühstück und Mittagessen isst sie immer ganz gut mit. Das Thema Essen ist bei ihr sonst eher etwas schwierig. Dass unsere Tochter noch nicht laufen konnte, als sie zum ersten Mal in die Kita ging, war kein Problem, auch nicht bei den anderen Kindern. Sie lernt richtig viel, ist aufgeweckt und freut sich jedes Mal, wenn wir in die Kita gehen, oder die Kinder der Kita beim Spazierengehen zufällig treffen.

Eine Erzieherin meinte schon, dass unsere Tochter sehr ehrgeizig und eine richtig starke kleine Persönlichkeit ist. Ich meinte daraufhin: „ein Frühchen, das schon sehr früh in seinem Leben ums Überleben gekämpft hat“. Wir sind so froh, dass wir für unsere kleine Tochter den Platz bekommen haben. Ihr und auch uns, den Eltern, tut es gut, zu sehen, wie toll sie sich schon in den ersten zwei Monaten in der Kita entwickelt hat. 

Für diesen Kita-Platz habe ich uns bereits angemeldet, als ich im dritten Monat schwanger war. Von einer Frühgeburt war zu diesem Zeitpunkt noch nicht auszugehen."

Weitere Eltern-Erfahrungsberichte und hilfreiche Informationen zum Thema "Frühgeborene in Fremdbetreuung" sind in unserem Verbandsmagazin, Ausgabe 4-2018, zu finden, das hier direkt bestellt werden kann.