Dachverband für Selbsthilfeinitiativen und Fördervereine

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Frühchen mit Handicap

Frühchen mit Handicap

Glücklicherweise überstehen die meisten ehemals zu früh geborenen Kinder den vorzeitigen Start ins Leben ohne Beeinträchtigungen für ihr weiteres Leben. Doch es gibt auch Frühchen, die mittel- oder langfristig mit körperlichen und/oder geistigen Entwicklungsbeeinträchtigungen zu kämpfen haben, die aus der zu frühen Geburt und dadurch erlittenen Komplikationen resultieren.

Je kleiner bzw. unreifer ein Frühchen bei seiner Geburt war, je komplikationsreicher der stationäre Aufenthalt war und je länger er gedauert hat, bis das Kind nach Hause entlassen werden konnte, desto größer ist das Augenmerk, mit dem diese Kinder in den kommenden Jahren bis zu Einschulung und darüber hinaus entwicklungsneurologische begleitet werden sollten, damit sich abzeichnende Probleme und Auffälligkeiten möglichst zeitnah behandelt und die Kinder möglichst früh gefördert werden können. 

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es unter präventiven Aspekten sinnvoll ist, alle Frühgeborenen, die bei ihrer Geburt weniger als 1.500 Gramm gewogen haben, entsprechend engmaschig nachzuuntersuchen. Das heißt nicht, dass hier zwangsläufig mit Problemen zu rechnen ist, sondern nur dass das statistische Risiko in dieser Gruppe der Kinder vergleichsweise hoch ist, was mögliche Beeinträchtigungen betrifft. Eine Aussage für den Einzelfall lässt sich daraus nicht ableiten. Es gibt selbst kleinste Kinder, die den Start ins Leben gut meistern und es gibt Kinder, die mehr als 1500 Gramm Geburtsgewicht hatten und dennoch in ihrer weiteren Entwicklung beeinträchtigt sind. 

Ncht immer steht bereits zum Zeitpunkt der Entlassung fest, dass Entwicklungsprobleme aufteten werden. Mitunter lässt sich das erst im Kindergarten bzw in der Grundschule festststellen. Deswegen ist es wichtig, die angebotenen Kontrolluntersuchungstermine regelmäßig wahrzunehmen, um die Kinder im Bedarfsall möglichst frühzeitig fördern und unterstützen zu können. 

Krankengymnastik, Ergotherapie, Mototherapie, Logopädie sind hilfreiche Therapieformen, die Kindern mit entsprechenden Auffälligkeiten im motorischen und kognitiven Bereich helfen, eventuell vorhandene Entwicklungsrückstände aufzuholen. Ein Rezept stellt der behandelnde Kinderarzt aus, wenn er die Therapie als notwendig erachtet. 

Auch vor der Beanspruchung eines Pflegegrades sollten sich Eltern von ehemals zu früh geborenen Kindern mit Handicaps nicht scheuen, denn der Mehraufwand der mitunter im Rahmen der Versorgung entsteht, ist nicht zu unterschätzen.