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Geburtserlebnisse

Geburtserlebnisse

Frühchen-Eltern berichten von ihren Erfahrungen rund um die zu frühe Geburt. Mehr Erfahrungsberichte rund um die Entbindung sind in unserem Verbandsmagazin Ausgabe 1/2018 zu finden, das hier bestellt werden kann.

"Meine Tochter ist 2016 vorzeitig ins Leben gestartet. Die gesamte Schwangerschaft war problematisch und ich lag bereits für mehrere Wochen wegen vorzeitiger Wehen in der Klinik. Das war sehr nervenaufreibend, aber letztendlich haben wir es bis in SSW 29 geschafft.

Die Ärzte haben sich im Vorfeld immer relativ viel Zeit genommen, um uns auf den Ernstfall vorzubereiten. Daher fühlte ich mich auch recht sicher, als es dann tatsächlich schnell gehen musste, da die Herztöne schlechter wurden und ein Kaiserschnitt unausweichlich wurde. Damit hatte ich mich insgeheim auch schon abgefunden, Hautpsache dem Baby ging es gut.

Meinen eigenen kreislaufbedingt auch nicht wirklich guten Zustand habe ich in dem Moment gar nicht wahrgenommen, während mein Mann sich große Sorgen um Kind und Mutter machte. Gleich nach der Entbindung durften wir auch kurz kuscheln. Das hat mich sehr ermutigt. Mein Mann hat unsere Tochter dann auf ihrem weiteren Weg zu den Kinderärzten begleiten und wurde auch relativ schnell aktiv mit eingebunden, was die Versorgung betraf.

Ich selbst brauchte insgesamt noch einen weiteren Tag, bis ich mich von den körperlichen Strapazen einigermaßen erholt hatte. Auch das Ausstreichen der Brust und das anschließende Abpumpen empfand ich als sehr anstrengend, da mich die letzten Wochen im Bett doch sehr erschöpft hatten. Ich war als vor der Schwangerschaft durchaus sehr aktive Sportlerin wirklich sehr erschrocken darüber, wie schnell die Kondition einen bereits nach wenigen Wochen Liegezeit verlässt.

Ein Foto unserer Tochter stand dabei die ganze Zeit auf meinem Nachttisch neben meinem Bett. Das hat mich immer wieder motiviert, möglichst schnell auf die Beine zu kommen und sie auf der Neo zu besuchen und für sie da zu sein.

Dank einer sehr ambitionierten Still- und Laktationsberaterin gelang es uns in der Folge dann, entgegegen aller anders lautenden Prognosen, auch eine gute Stillbeziehung aufzubauen und so konnte ich meine Tochter bereits nach wenigen Wochen voll gestillt nach Hause mitnehmen.

Sie entwickelt sich bisher gut und wir sind zuversichtlich, dass sie die anfänglichen Herausforderungen gut gemeistert hat." Britta K.

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"Unser Sohn wurde 2015 bei 30+4 spontan geboren. Die Hebamme hat mir erklärt, dass man es spontan versuchen kann, wenn eine 3 bei der Schwangerschaftswoche vorne steht. Dem Arzt war das nicht so recht, er hat mehrfach gesagt, dass wir auch einen Kaiserschnitt machen könnten.

Leider war die Situation sehr angespannt, weil man ja bei einem so kleinen Baby nicht weiß, was einen erwartet. Es gab zwar die Woche vor der Geburt Spritzen zur Lungenreife, aber ich war trotzdem unsicher.

Umso erleichterter waren wir, als der Kleine geschrien hat. Mein Mann durfte abnabeln und dann wurde unser Sohn erstmal unter die Wärmelampe gelegt und von den Kinderärzten untersucht, die nicht glauben konnten, dass es erst die 31. Woche ist, weil er doch recht reif war.

Es wurde ihm sofort eine Magensonde gelegt und dann durfte ich ihn im Arm halten und bewundern und wir konnten Fotos machen. Ein paar Minuten hat man uns gegeben und ihn dann mit auf die NEO genommen. Geboren ist er morgens um 9 Uhr und um 14.30 Uhr durften wir ihn das nächste Mal auf der NEO besuchen, wo man uns auch direkt die Versorgung im Inkubator gezeigt hat.

Zu dem Zeitpunkt hieß es immer, er sei viel zu gesund für die Intensiv und nach 3 Tagen konnte er auf die Intermediate Care Station umziehen. Dass er 10 Tage später eine schwere Sepsis bekommt und wieder zurück auf Intensiv muss, konnte ja niemand ahnen.

Wir (also auch mein Mann) wurden immer in die Pflege eingebunden und konnten vieles selbst machen. Trotzdem hat es mir sehr zugesetzt, nicht einfach selbst zu entscheiden, wann ich mein Kind wickeln oder baden möchte etc. Das erste Mal gebadet habe ich ihn nach 4 Wochen :-( das erste mal richtig Haut an Haut gespürt erst, als er nach 2 Monaten zuhause war.

Die Hebammen waren toll und hatten die nötige Ruhe; leider wurde in der Klinik nicht sehr viel Wert auf Stillen gelegt, obwohl mir Abpumpen schwer gefallen ist.

Was ich allerdings sehr kritisiere ist, dass man mich nach der Geburt fast täglich in ein anderes Zimmer verlegt hat. Man war nicht mehr sehr willkommen auf der Wöchnerinnenstation, was die Gesamtsituation nicht leichter gemacht hat.

Heute ist unser Sohn 2,5 und es geht ihm super." Melanie B. 

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Mein Sohn wurde 2012 als Frühchen in der 27. SSW geboren. Grund waren ein vorzeitiger Blasensprung und unaufhaltsame Wehen. Mein Mann fackelte nicht lang und raste mit mir in die nächstgelegene Klinik mit Entbindungsstation. Dort kamen wir völlig aufgelöst an, bevor wir erfuhren, dass man nicht zuständig sei, da die Frühgeborenenstation so kleine Babys nicht versorgen könne.

Also ging es von dort mit dem Rettungswagen ins nächstgrößere Perinatalzentrum, wo unser Sohn eine halbe Stunde nach der Einlieferung das Licht der Welt erblickte. Ein Kaiserschnitt konnte nicht mehr durchgeführt werden, obwohl die Ärzte dies eigentlich lieber gehabt hätten.

Er wurde dann gleich weggebracht und ich hatte leider keine Chance direkt Kontakt mit ihm aufzunehmen. Das hängt mir bis heute nach. Da er unser einziges Kind bleiben wird, fühlte ich mich regelrecht um diesen besonderen Moment betrogen. Das wühlt mich emotional bis heute auf. 

Auch meine nachgeburtliche Versorgung hätte ich mir anders gewünscht. Man legte mich mangels anderer Möglichkeiten in ein Patientenzimmer, das von zwei weiteren Müttern belegt war, die ihre Babys bei sich haben durften - für mich der totale Supergau. Eine junge Schwester erkannte dann relativ bald, wie sehr ich darunter litt, denn beiden anderen Müttern mit leeren Händen beim Versorgen ihrer Babys zuschauen zu müssen und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass ich ein eigentlich für Privatpatientinnen vorgesehenes Einzelzimmer beziehen konnte. 

Dafür bin ich ihr noch heute sehr dankbar." Kerstin T. 

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" Unsere Zwillinge kamen 2011 nach 32 SSW mit geplantem Kaiserschnitt zur Welt. Grund war der Umstand, dass eines der Kinder nicht mehr optimal versorgt wurde. Man hatte uns gut aufgeklärt und vorbereitet und die Entbindung lief genau nach Plan. Es waren unglaubliche viele Leute im Kreißsaal, was erst einmal befremdlich war, aber die Stimmung war gut und auch die Mädels machten sich nachgeburtlich gleich ganz prächtig.

Dank Spinalanästhesie bekam ich alles mit und durfte die beiden auch gleich in meine Arme schließen - ein großartiger Moment, vor allem, weil ich im Vorfeld mehrere Fehlgeburten erlebt hatte. Dem Papa erging es ganz ähnlich, hatten wir doch wochenlang um das Leben unserer Töchter gebangt. 

Das anschließende Versorgen der beiden war allerdings sehr herausfordernd für mich. Den Gedanken ans Stillen hatte ich in Anbetracht der scheinbar stets zeitgleich hungrigen Kinder schon bald wieder verworfen. Auch gab es keine wirklich kompetente Begleitung und Beratung, was das Stillen von Zwillingen betrifft.

Meine Mutter half dann schon bald mit der Flasche aus. Aber immerhin schaffte ich es im ersten halben Jahr, die beiden überwiegend mit abgepumpter Muttermilch zu versorgen. Den anfänglichen Größen- und Gewichtsunterschied hat die Kleinere der beiden mittlerweile gut aufgeholt." Tanja G.