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Spiegel-Leitartikel Ausgabe 20-2015

Spiegel-Leitartikel Ausgabe 20-2015

Frankfurt/M, 24.05.2015
In der Spiegel-Ausgabe 20-2015 vom 9.5.2015 erschien ein Artikel mit dem Titel "und rauf/raus bist du! Die Lüge von der Chancengleichheit - warum schon die Geburt über Bildung und Aufstieg entscheidet". In diesem Zusammenhang wird hier u.a. die doppelte Herausforderung für Kinder dargestellt, die zu früh zur Welt kommen und aus einem sozial niedrigen Milieu stammen. Der Artikel enthält jedoch einige Aussagen, die die Gemüter vieler Frühcheneltern stark erregten. Unser Verband äußerte sich gegenüber der Redaktion des Spiegel mit nachfolgender Stellungnahme und wurde gleichzeitig von Prof. Dr. Christoph Bührer, Leiter der Klinik für Neonatologie an der Charité Berlin, der im Artikel mit einigen unzutreffenden Aussagen zitiert wurde, über eine entsprechende Richtigstellung von seiner Seite informiert. Die Spiegel-Redaktion sagte bereits zu, die Richtigstellung in der kommenden Ausgabe Nr. 22-2015 abzudrucken. Hier ist die Richtigstellung von Prof. Bührer nachzulesen, die der BVDfK vorab von ihm erhielt:

Richtigstellung:

DER SPIEGEL 20/2015 vom 9.5.2015, pp. 66-73

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Artikel greift in dankenswerter Weise die Chancen-Ungleichheit von Kindern in Deutschland auf, leider sind die gewählten Formulierungen missverständlich: Frühgeborene stammen nicht „fast alle aus bescheidenen Verhältnissen“ – eine Frühgeburt kann jede Frau treffen, völlig unverschuldet. Richtig ist aber: Unterprivilegierte Frauen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt, weltweit, und ihre Kinder sind dann doppelt benachteiligt, wenn es um die Bewältigung der Folgen geht. Auch die Aussage, für die Frühgeborenen bräuchte es schon ein kleines Wunder, damit sie es zum Professor oder Unternehmer brächten, „die Statistik spreche eher für Hilfsarbeiter oder Hartz IV“, ist weder von mir, noch ist sie richtig: Unter ehemaligen sehr kleinen Frühgeborenen gibt es heutzutage Abiturienten und Medizinstudentinnen. Nicht genug, aber deutlich mehr als vor zwanzig Jahren. Und es braucht dafür keine Wunder, sondern Engagement und adäquate Strukturen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Christoph Bührer

Klinik für Neonatologie

Charité Universitätsmedizin Berlin

 

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